Kann man eine Raumsonde via Crowdfunding retten?

ISEE-3, Foto: NASA

Eine Raumsonde ist seit 1978 im All unterwegs, bekommt nach der ersten erfolgreichen Mission eine zweite Mission, die sie ebenfalls erfolgreich abschließt. Sie sorgt für einige Premieren im All und wird 1997 von der NASA aufgegeben. Nur ein Trägersignal bleibt übrig. Beim letzten Kontakt mit der Sonde sind noch ein Großteil der Instrumente intakt, auch genug Treibstoff ist an Bord. Doch die NASA schafft 1999 die Instrumente ab, die für den Kontakt mit der Raumsonde nötig wären.

Nun kommt die Raumsonde erstmals wieder in die Nähe der Erde - doch ein Kontakt ist nicht möglich: Die NASA hat die dazu erforderlichen Instrumente längst abgeschafft. Die Menschheit kann mit dem "Besucher aus dem All" nicht kommunizieren, geschweige denn, ihn wieder wissenschaftlich nutzen. Was klingt wie die Rahmenhandlung eines Hollywood-Films, ist Realität: Die Rede ist von der Raumsonde ISEE-3/ICE, für die derzeit per Crowdfunding Geld gesammelt wird. Bis 18.5.2014 sollen 125.000 Dollar gesammelt werden, die in die Rettung der Raumsonde fließen sollen. Auch jetzt wird schon fleißig im Hintergrund gearbeitet, denn die Zeit ist knapp.

Was genau dahintersteckt, was einer der Initiatoren des Crowdfunding-Projekts erzählt und was eine deutsche Gruppe aus Bochum mit dem "ISEE-3 Reboot Project" zu tun hat, erkläre ich in meinem Artikel auf der Website der Frankfurter Rundschau. Ich freue mich, wenn ihr dort vorbei schaut.

Sieht kompliziert aus, ist es auch: Die Flugbahn von ISEE_3. Bild: NASA
Sieht kompliziert aus, ist es auch: Die Flugbahn von ISEE_3. Bild: NASA

Das Schicksal von ISEE-3 beobachte ich seit Februar, als ich erstmals auf der Website der Planetary Society davon gelesen habe (vorher war mir ISEE-3 ehrlich gesagt kein Begriff). Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los und als ich mitbekam, dass es tatsächlich einen Wiederbelebungsversuch geben wird, habe ich mich genauer damit auseinandergesetzt. Interviewanfragen bei einem der Projekt-Initiatoren und bei der deutschen Gruppe, die das Signal zuerst entdeckt haben, wurden binnen kürzester Zeit beantwortet und nachdem die Crowdfunding-Kampagne langsam Fahrt aufgenommen hat, wird es Zeit, meinen Artikel endlich zu veröffentlichen. Und auch wenn man als Journalist eigentlich objektiv sein sollte: Ich drücke dem Projekt insgeheim schon die Daumen.

Die Geschichte von ISEE-3/ICE habe ich in dieser Zeitleiste festgehalten: *

Das ISEE-3 Reboot Project ist auf Twitter, Facebook und auf Rockethub vertreten.

* Den Tipp für das Zeitleisten-Tool (TimelineJS) habe ich von Monika. Danke!

Bilder: NASA

Tanja Banner

Tanja Banner (geb. Morschhäuser), Online-Journalistin und Bloggerin mit Interesse an Social Media, Astronomie und Raumfahrt. Bücherwurm. Fan des FC Bayern. Pendlerin. Online-Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau.

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6 Gedanken zu „Kann man eine Raumsonde via Crowdfunding retten?

  1. Es gab 2008 schonmal einen kurzen Kontakt, damals waren noch dje meisten Instumente im Betrieb. Soweit ich gelesen habe, hat man 1997 die Instrumente gar nicht abgeschaltet, weil das Signal auf die Distanz zu schwach gewesen wäre. ICE war ja nur für eine Entfernung von 1.5 Millionen Kilometern ausgelegt.

    Es gab 1997 ja die Idee, ICE in eine Erdumlaufbahn zu bringend und dann mit dem Space Shuttle zur Erde zurückzubringen (vermutlich mittels eines Satelliten, der die Sonde in eine niedere Erdumlaufbahn bringt; oder Aerobraking aber ich denke dafür reicht der Treibstoff nicht). Das Smithsonian in Washington soll sind schon dafür interessiert haben ;) aber daraus wird wohl so schnell nichts mehr werden.

  2. @Michael Ja, von dem 2008er Kontakt hatte ich auch irgendwo gelesen, mein Kontakt beim Reboot Project sprach aber nur vom 1999er Kontakt, deshalb habe ich mich auch darauf bezogen. Zum Abschalten 1997: Die NASA schreibt: „termination of operations of ICE/ISEE3 was authorized“. An anderer Stelle stand, dass sie bis auf dieses Signal, das jetzt empfangen wurde, abgeschaltet wurde (Quelle weiß ich leider nicht mehr). Vom Smithsonian hatte ich auch gelesen, dazu habe ich aber leider nichts genaueres herausfinden können – und das wird ja wohl auch nicht so schnell aktuell ;-)

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