Vor einigen Tagen habe ich für fr-online.de einen Kommentar über die aus dem Ruder laufende ALS Ice Bucket Challenge geschrieben. Meine These bzw. Kritik (und hier zitiere ich mich einfach selbst):

Mittlerweile schwappt die Eiskübel-Welle weiter, ohne dass noch großartig auf diesen ernsten Hintergrund hingewiesen wird. Bei der aktuellen Flut an Eiswasser in sozialen Netzwerken bekommt man den Eindruck, es werde nur noch Wasser geschüttet, um sich ins Gespräch zu bringen. Dabei hätte es eine weitgehend unbekannte aber tödliche Krankheit wie ALS nötig, dass sie bekannter gemacht wird.
Verwässertes Internet-Meme, Frankfurter Rundschau

Der Artikel kursiert seit Tagen im Netz, immer wieder merke ich, dass der Link wieder irgendwo auftaucht und angeklickt wird. Das fand ich schon ziemlich überraschend. Dann tauchte heute in meinem Posteingang ein Alert auf, dass mein Name in der Wikipedia steht. Und tatsächlich: dort wird im Eintrag zur ALS Ice Bucket Challenge aus meinem Kommentar zitiert, inklusive Namensnennung und Link (ich bin ehrlich gesagt etwas baff).

Und dann entdeckte ich - gut versteckt unter "Sonstiges" im Facebook-Posteingang - eine Nominierung zur ALS Ice Bucket Challenge. Sie kam von jemandem, der offensichtlich meinen Kommentar gelesen hatte, den ich aber nicht kenne. Im Video erklärt er sehr ausführlich, worum es bei der Challenge geht (danke dafür! Das machen die wenigsten.) und nominiert neben zwei anderen Personen mich, um mir "die Möglichkeit zu geben, den Fokus dieser Kampagne wieder auf die Krankheit an sich zu legen", wie er in einer Nachricht an mich schreibt, aus der ich netterweise zitieren darf.

Fokus auf die Krankheit

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hätte nach meinem Kommentar vielleicht mit einer Nominierung rechnen müssen, habe es aber nicht getan. Ich werde mir auch kein Eiswasser übergießen, weil es den ALS-Erkrankten und der Organisation, der ich spenden möchte mehr hilft, wenn sie eine Spende von mir bekommen. Deshalb habe ich vorhin - gerade noch innerhalb der 24-Stunden-Frist - 100 Euro an die Initiative "Hilfe für ALS-kranke Menschen" der Berliner Charité (Kontodaten für die Spende) gespendet. Wer ebenfalls spenden möchte: ich denke, das Geld ist dort gut aufgehoben.

Weitere Informationen zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gibt es unter anderem bei der ALS-Hilfe der Charité und in der Wikipedia. Es wäre toll, wenn sich die ALS Ice Bucket Challenge - auch auf diesem Wege - wieder dem annähert, wofür sie eigentlich gedacht war: Dem Aufmerksam machen auf eine Krankheit.

Der Beweis-Screenshot:

ALS-Spende

Tanja Banner

Tanja Banner (geb. Morschhäuser), Online-Journalistin und Bloggerin mit Interesse an Social Media, Astronomie und Raumfahrt. Bücherwurm. Fan des FC Bayern. Pendlerin. Online-Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau.

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