"Elf yourself" und die Terms of Use

In Sachen StudiVZ kam neulich auch irgendwo zur Sprache, dass die meisten Nutzer zu faul gutgläubig sind, um die Nutzungsbedingungen/AGB komplett durchzulesen. Zugegeben, das ist eine langweilige und trockene Angelegenheit, von der man meist nur die Hälfte versteht. Ich habe mir das allerdings vor einiger Zeit angewöhnt und bin gerade über eine Website gestolpert, die ich nach dem Lesen der "Terms of use" NICHT verwenden werde: "Elf yourself".

"Elf yourself" ist eine virale Kampagne der Firma OfficeMax, war letztes Jahr schon am Start und geistert seit ein paar Tagen durch die deutschsprachige Blogosphäre. Man lädt dort ein Bild von sich hoch, das auf einen Weihnachtself montiert wird, der zu Weihnachtsmusik tanzt. Sinnlos, aber irgendwie lustig. Beinahe hätte ich den Spaß auch mitgemacht - wären da nicht folgende Absätze in den "Terms of Use":

You hereby grant to [...] the unlimited, worldwide, irrevocable, perpetual and royalty-free right and license to use, host, cache, store, copy, distribute, display, perform, publish, broadcast, transmit, modify, reformat, translate or otherwise exploit in any manner whatsoever your submission throughout the universe, in perpetuity, in any manner or venue and for any purpose whatsoever, including, without limitation, for purposes of advertising, promotion or trade in promoting and publicizing Company by means of any and all media and devices whether now known or hereafter advised, which includes, without limitation the unlimited right and permission to post the submission on this website.

Man erlaubt dem Unternehmen also nicht nur, das hochgeladene Bild für alle möglichen Zwecke (z.B. Werbung) zu verwenden - sie wollen das Bild auch noch beliebig verändern dürfen:

[...] shall have the right, [...] to edit, composite, morph, scan, duplicate, or alter your submission in any manner for any purpose which the [...] deem necessary or desirable, and you irrevocably waive any moral rights you may have in your submission even if a modification is not acceptable to you.

Das "beliebig" geht sogar so weit, dass man selbst Änderungen hinnehmen muss, die man eigentlich für "nicht akzeptabel" hält.

You agree that you have no right of approval, no claim to compensation, and no claim (including, without limitation, claims based upon invasion of privacy, defamation or right of publicity) arising out of any use or modification of your submission, including, without limitation, any blurring, alteration, editing, morphing, distortion, illusionary effect, faulty reproduction, fictionalization or use in any composite form.

Ich bin kein Mensch, der sich mit rechtlichen Dingen großartig auskennt, denn außer drei Semestern Medienrecht habe ich in dieser Hinsicht keine Ausbildung vorzuweisen. Aber für mich klingt dieser kleine Auszug aus den "Terms of Use" nicht unbedingt verlockend. Will ich einem Unternehmen ein Bild von mir anvertrauen, das sich durch die "Terms of Use" sämtliche Rechte daran sichert? Wobei ich mich auf der anderen Seite natürlich auch frage, was man mit den Bildern oder tanzenden Elfen überhaupt anstellen will...

Aber trotzdem, im Zuge meiner neuen "Ich lese die AGB von vorne bis hinten durch"-Einstellung kann ich bei "Elf yourself" leider nicht mehr mitmachen...

Tanja Banner

Tanja Banner (geb. Morschhäuser), Online-Journalistin und Bloggerin mit Interesse an Social Media, Astronomie und Raumfahrt. Bücherwurm. Fan des FC Bayern. Pendlerin. Online-Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau.

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5 Gedanken zu „"Elf yourself" und die Terms of Use

  1. das wäre für mich schon nicht in Frage gekommen, weil ich nicht überall wahllos mein Bild hochlade, was das angeht halte ich mich zumeist doch sehr, sehr bedeckt!

  2. Naja, normalerweise bekommen ja nur diejenigen das Bild zu Gesicht, die den Link haben. Deshalb hätte ich es da schon hochgeladen. Aber nach diesen Terms of Use nicht mehr – auch wenn sie wahrscheinlich nur alle Eventualitäten abdecken sollten.

  3. Das liest sich ja eher wie eine Parodie auf AGBs…
    Aber ich denke, sie haben nicht ernsthaft damit gerechnet, daß sich jemand nicht anmeldet, weil ihm die AGBs nicht passen, und deshalb einfach Maximalforderungen reingeschrieben.

  4. Wow. Das ist wirklich ein Stück!

    Man müsste sich die AGB wirklich häufiger durchlesen.
    Ich bin ja auch eher jemand der Abnicken-und-Amen-Fraktion :).

    Bin ich froh, dass ich dieses elf-yourself-Ding immer albern fand (albern ist eigentlich kein Grund, etwas nicht zu benutzen, aber in dem Fall irgendwie schon xD…)

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