Faszination Astronomie und Raumfahrt

In letzter Zeit wurde ich einige Male gefragt, warum ich mich für Astronomie und Raumfahrt interessiere. Dabei fielen auch nicht selten die Begriffe "Star Trek" und "Star Wars". Doch ich habe weder mit dem einen noch dem anderen etwas am Hut. Meine Faszination für die Astronomie und Raumfahrt kommt nicht aus dem Fernsehen, sondern "von oben": Vom wunderschönen nächtlichen Sternenhimmel und von den beeindruckenden Bildern, die mit Hilfe der Weltraumteleskope wie Hubble entstehen.

Wer sich einmal die Zeit genommen hat und sich mit dem beschäftigt, was (teils sichtbar, teils unsichtbar) über unseren Köpfen passiert, bekommt eine gewisse Ehrfurcht vor den Dingen, die "da oben" passieren. Und irgendwann erkennt man, dass das "da oben" uns betrifft, weil die Erde nicht der Mittelpunkt ist, sondern nur ein kleiner (winziger!) Teil des Ganzen.

Bunte Hubble-Bilder und Teleskop-Frust

Aber zurück auf Null: Angefangen hat meine Faszination mit den bekannten Hubble-Bildern. Die faszinierten mich und ich begann, mich mit Sternbildern am Himmel zu beschäftigen (bis heute kann ich maximal 10 Sternbilder problemlos erkennen, aber das reicht für den "Hausgebrauch". Für alles weitere gibts ja Sternenkarten...), wünschte mir ein Teleskop (eins dieser billigen Dinger, die es bei Discountern gelegentlich gibt) und dann passierten zwei Dinge, die bestimmt sehr oft passieren, wenn man niemanden hat, der einen in die Astronomie "einführt": Ich war frustriert, weil das Teleskop eigentlich viel zu "wackelig" war, um vernünftig nach Objekten suchen zu können. Dann schaffte ich es doch irgendwie, den Orionnebel anzuvisieren - und war abgrundtief enttäuscht. Der war ja gar nicht so bunt, wie es die Hubble-Bilder immer suggerierten! (Ja, das ist naiv, aber ich war jung ;-) )

Vom Teleskop ließ ich nach der Erfahrung schnell wieder ab und vertiefte mich mehr in Bücher, Hubble-Bilder und den Nachthimmel mit bloßem Auge. Die Jahre vergingen (das Teleskop-Erlebnis muss ich mit 14 oder 15 gehabt haben), die Faszination blieb, aber ich beschäftigte mich im Laufe der Zeit weniger damit. Gelegentlich ein Besuch im Planetarium oder in einer Sternwarte, ein "geführter" Blick an den Nachthimmel, das wars.

Journalistischer Blick aufs Thema Amateurastronomie

Dann kam meine Diplomarbeit und ich begann, einen journalistischen Blick auf das Thema "Amateurastronomie" zu werfen (daran erkennt man, dass es mich nie ganz losgelassen hat). Ich habe Amateurastronomen in der Gegend bei einer Beobachtungs-Nacht begleitet (mein persönliches Highlight der Recherche!), ich habe mich mit dem Thema Lichtverschmutzung beschäftigt (ein unterschätztes aber wichtiges Thema auch für Nicht-Astronomen!), ich habe ganz spontan eine Astronomieschule in einem Wohnzimmer im Rhein-Main-Gebiet besucht (mein persönlicher Lieblingstext ;-) ), ich habe einen Supernova-Jäger und einen Kometen-Entdecker ausfindig gemacht und auch erklärt, warum Astronomie nicht Astrologie ist (das wird leider erstaunlich oft verwechselt). Und es gibt auch einen Artikel, der versucht, die "Faszination Astronomie" zu erklären, mein Teleskop-Fehlschlag inklusive.

Ohne Raumfahrt keine Hubble-Bilder ;-)

Irgendwann im Laufe der Zeit (ich kann das nicht mehr genau datieren) kam das Interesse für die Raumfahrt dazu. Das ist eigentlich recht naheliegend - immerhin haben wir der Raumfahrt u.a. die bunten Bilder zu verdanken, mit denen meine Faszination begonnen hat ;-) Aber auch sonst: Ich fand und finde es wahnsinnig spannend, dass wir mit Rovern auf dem Mars landen können und von ihnen jede Menge Daten bekommen. Ich finde es unglaublich, dass wir mit einer Sonde einem Kometen hinterherjagen und eine kleine Sonde auf ihm landen lassen wollen (ESAs Rosetta-Mission) oder dass wir einen Asteroiden "einfangen" wollen (NASA) oder in der Lage waren, einen Menschen auf den Mond zu bringen und als nächstes großes Ziel den Mars anvisieren. Das ist unglaublich und toll und faszinierend.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor dem Monitor saß und Space-Shuttle-Starts und -Landungen aufgeregt verfolgte. Dass da ein Ding ins All geschossen wird und quasi als Flugzeug landet, hat mich unglaublich fasziniert, genau wie es die ISS tut. Was würde ich geben, einen Tag lang innerhalb der Cupola sitzen und den Ausblick genießen zu dürfen! Und wie gespannt bin ich, ob wir es tatsächlich schaffen, zu meinen Lebzeiten Menschen auf den Mars zu bringen!

Das soll es für den Anfang gewesen sein, das soll ja nicht ausarten. Ich könnte noch so viel mehr schreiben... ;-)

Wenn ihr auch Astronomie- und/oder Raumfahrtbegeistert seid, freue ich mich, wenn ihr eure persönliche Geschichte in einem eigenen Blogeintrag oder hier als Kommentar mit mir teilt.

Bild oben: Orion-Nebel, Foto: NASA

Tanja Banner

Tanja Banner (geb. Morschhäuser), Online-Journalistin und Bloggerin mit Interesse an Social Media, Astronomie und Raumfahrt. Bücherwurm. Fan des FC Bayern. Pendlerin. Online-Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau.

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2 Kommentare

  1. Die Enttäuschung mit den Nebeln kenne ich gut. Eigentlich wusste ich es ja vorher, aber das der Orionnebel so ein unscheinbares Fleckchen ist, war dann doch frustrierend.

    Ich habe mich damals dann hauptsächlich auf den Mond und die Planeten konzentriert, und gelegentlich Doppelsterne (Beta Cygni!). Auf dem Jupiter konnte ich immerhin die großen Monde und ein paar Wolkenbänder sehen, am Saturn die Ringe und an der Venus die Phasen. Die Marskanäle habe ich leider auch nicht gefunden ;)

    Wahrscheinlich war das dann auch der Grund, dass ich mich heute mehr für die Erforschung des Sonnensystems interessiere als für das, was weiter draußen ist.

  2. @Michael Abgesehen vom Orionnebel war ich ja nur noch dann mit Teleskopen erfolgreich, wenn sie mir jemand eingestellt hat ;-) Die Saturnringe haben mich beim ersten Blick durchs Teleskop total umgehauen, muss ich gestehen. Denn nach der Orionnebel-Erfahrung hatte ich nicht damit gerechnet, sie so gut erkennen zu können…

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