Schlagwort: Kommentar

Wer A sagt, muss auch € sagen – ALS Ice Bucket Challenge

Vor einigen Tagen habe ich für fr-online.de einen Kommentar über die aus dem Ruder laufende ALS Ice Bucket Challenge geschrieben. Meine These bzw. Kritik (und hier zitiere ich mich einfach selbst):

Mittlerweile schwappt die Eiskübel-Welle weiter, ohne dass noch großartig auf diesen ernsten Hintergrund hingewiesen wird. Bei der aktuellen Flut an Eiswasser in sozialen Netzwerken bekommt man den Eindruck, es werde nur noch Wasser geschüttet, um sich ins Gespräch zu bringen. Dabei hätte es eine weitgehend unbekannte aber tödliche Krankheit wie ALS nötig, dass sie bekannter gemacht wird.
Verwässertes Internet-Meme, Frankfurter Rundschau

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Vorsicht, NSA liest mit! Ein Kommentar zu PRISM

Nachdem bekannt wurde, dass der US-Geheimdienst NSA wohl Zugriff auf Daten von großen Internet-Konzernen wie Google, Facebook und Apple hat (PRISM), hört man an vielen Stellen im Internet relativierendes: Angefangen bei "na, das hätte einem ja schon lange klar sein können" über "das habe ich schon immer geahnt", bis hin zu "man muss ja Facebook und Google nicht nutzen". Auch Politiker kommen mit ähnlichen Aussagen, sinngemäß hört man da beispielsweise, man könne ja den Anbieter wechseln und einen nutzen, der in Europa sitze.

Abgesehen davon, dass es meist keine "Mainstream"-Alternative zu den genutzten Diensten gibt, ist das richtig - trifft aber den Kern der Sache nicht.

Die Datenschutzerklärungen der Websites, der Hinweis auf den Umgang mit Daten, den die Electronic Frontier Foundation erst neulich untersucht hat - stimmt das alles etwa nicht? Was ist mit Bürgerrechten? Wie es Falk Steiner für den Deutschlandfunk so treffend kommentiert hat:

"Zur Freiheit gehört, dass man nicht davon ausgehen muss, anlasslos überwacht zu werden - schon gar nicht vom Staat."

Wir tolerieren vieles im Internet - eigentlich schon viel zu viel. Selbst dass Konzerne wie Google oder Yahoo unsere Mails scannen, um passende Werbung schalten zu können, nehmen wir hin, statt auf eigenen (oder gemieteten) Servern unsere eigenen Herren zu sein. Aber eine Regierung, die mithört und mitliest, das geht dann doch zu weit. Wo bleibt da die Unschuldsvermutung? Der Aufschrei, der in den USA durch die sozialen Netzwerke geht, ist groß, doch bis zum "Otto-Normal-Internetnutzer" in Deutschland ist das Thema noch nicht durchgedrungen, glaube ich.

Die oft gehörte Einstellung "Ich habe doch nichts zu verbergen" ist dabei nicht hilfreich. Gerade im Smartphone-Zeitalter teilt man unwissentlich viel mehr Daten mit, als einem bewusst ist. Daten, mit denen man beispielsweise Bewegungsprofile erstellen kann. Wenn dazu noch der Zugriff auf die E-Mails kommt, die Daten, mit wem man wann telefoniert oder gechattet hat, dann ergibt sich schnell ein rundes Bild. Ein Bild, das selbst die meisten Freunde nicht von einem haben dürften. Und das ein Staat nicht haben sollte - erst recht nicht, wenn er die Daten klammheimlich, unter dem Deckmantel der "Terrorismusbekämpfung" sammelt.

Bild: Streetart Photographie (Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Kommentarlos

In letzter Zeit passiert es mir immer wieder, dass ich auf anderen Blogs kommentiere und meine Kommentare einfach nicht beantwortet werden. Dabei kann man doch auf fast alles etwas antworten und ich dachte eigentlich auch, dass ein Blogger seine Kommentatoren pflegen sollte... Abgesehen davon sieht ein einziger Kommentar irgendwie "einsam" aus und erweckt den Eindruck, dass dem Blogger die Kommentare (und/oder Kommentatoren) irgendwie egal sind.

Ich gebe mir übrigens immer Mühe, auf jeden Kommentar zu antworten - und sei es nur mit einem meiner heißgeliebten Smileys ;-)

Was haltet ihr davon? Sollte man versuchen, auf alle Kommentare zu antworten? Tut ihr das oder seht ihr es ganz anders als ich? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Ein Mal und dann nie wieder?

Neulich schrieb eine mir unbekannte Leserin einen herrlich provokanten Kommentar im Lesen-Blog. Nachdem ich mich auf die Diskussion eingelassen hatte, ist sie aber leider nie wieder aufgetaucht, um auf meine Antwort zu reagieren. Das ist wirklich schade, denn ich fand das äußerst spannend - vor allem, da es um das erste Buch ging, das ich so richtig zerrissen habe ;-)

Zweite Version

Nach (in meinen Augen) nicht sehr konstruktiver Kritik meiner Textwerkstatt-Dozentin habe ich einen zweiten Versuch gestartet, einen Kommentar zur "Du bist Deutschland"-Kampagne zu schreiben. Er ist jetzt noch positiver geworden als der Erste, obwohl mir das Thema eigentlich egal ist. Aber mit der "egal"-Position lässt sich ziemlich schlecht argumentieren...

Hier gehts zur zweiten Version meines Kommentars!

Die "Du bist Deutschland"-Kampagne II.

In Deutschland herrscht seit geraumer Zeit Optimismus-Verbot. Stimmt im Moment jemand eine optimistische Tonlage an, wird sie sofort von Kritikern und Schwarzsehern übertönt.
Unserer Wirtschaft geht es nicht gut, die Politik gleicht mehr einem Theaterstück als der Realität und noch dazu herrscht spätherbstliches Depressions-Wetter. Man könnte meinen, die Optimismus-Kampagne „Du bist Deutschland“ kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Aber leider lassen wir Deutsche uns nicht von der positiven Grundstimmung der Medienkampagne anstecken, sondern tun das, was wir in diesen Tagen gerne tun: Wir meckern, denn die Kampagne ist nicht gut genug für uns. Wir sind zu einem Land der „Nörgler und Negativseher“ geworden und das Schlimmste ist, dass sich ein Großteil der Bevölkerung in dieser Rolle wohlzufühlen scheint. Denn wie kann man sich sonst die negative Kritik an der „Du bist Deutschland“-Kampagne erklären?
Zugegeben, der Slogan ist nicht perfekt und der dazugehörige Werbespot trieft nur so vor Pathos und Worthülsen. Wem diese Kritikpunkte zu schwach sind, der bedient sich – typisch deutsch – an unserer unrühmlichen Vergangenheit und bemüht einen sehr weit hergeholten Vergleich mit der Goebbels’schen Propagandapolitik.
Aber gerade um diese negativen Aspekte der Kampagne geht es nicht. Es geht um die Kernaussage „wer etwas anpackt, kann auch etwas schaffen“, es geht um Optimismus und es geht um unser Land. Das mag für den Einen oder Anderen zu patriotisch klingen, aber wir leben nun einmal in Deutschland. Wir müssen zwar mit unserer Vergangenheit leben, aber das heißt nicht, dass wir den aktuellen Zustand unseres Landes nicht verändern können. Und deshalb sollten wir eine Kampagne, die uns aufmuntern und das Land aus der Lethargie reißen will, nicht gleich verdammen. Wir sollten darüber nachdenken, das Fünkchen Wahrheit aus den Worthülsen herauszufiltern und zu guter Letzt das Optimismus-Verbot in Deutschland aufheben.

Ich bin Deutschland?

Ein Kommentar zur "Du bist Deutschland"-Kampagne

Egal ob Zeitung, Zeitschrift oder Fernsehen – überall, wo man der Mutmach-Kampagne „Du bist Deutschland“ begegnet, hört man auch Menschen darüber schimpfen. Aber warum soll man sich über eine Kampagne aufregen, die doch eigentlich gut gemeint ist? Schließlich ist es eine Tatsache, dass die meisten Deutschen alles schlecht reden und immer nur das halbleere Glas vor sich sehen. Bester Beweis dafür ist wohl die Kampagne selbst: Sie scheint geradezu den Nerv der deutschen Nörgler getroffen zu haben, manch einer will sogar Parallelen zur Goebbels’schen Propagandapolitik entdeckt haben.
Zugegeben, die Kampagne hätte besser umgesetzt werden können. Etwas weniger Abstraktheit und stattdessen etwas Konkretes. Aber das ist nicht so wichtig, denn wir Deutschen könnten dringend einen positiven Anstoß gebrauchen, um in unserem Land etwas voranzubringen. Und wenn das die „Du bist Deutschland“-Kampagne nicht schafft, können wir nur hoffen, dass vielleicht die Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr die Stimmung im Land wieder aufhellt. Wichtig wäre es.

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