Schlagwort: Datenschutz (Seite 1 von 2)

Man kann es ja nicht oft genug sagen: Zu wissen, wie man Mails verschlüsselt ist in der heutigen Zeit wichtig. In der Serie "ABZV Videoreporter" ist dazu ein gutes Video erschienen, in dem drei Journalisten zur Sprache kommen.

Ds Video wurde vom Urheber unter Creative Commons Lizenz (BY-NC-ND 3.0 DE) veröffentlicht.

WhatsApp? Nein, ich nutze Threema.

Seit einem guten halben Jahr nutze ich die App Threema. Oder besser: ich versuche, sie zu nutzen, was etwas schwierig ist, wenn niemand mitzieht. Im September habe ich berichtet, dass ich genau einen Threema-Kontakt habe (dem ich die App aufgezwungen hatte). Anlass für mich zu wechseln waren die Snowden-Enthüllungen und das damit einhergehende Überdenken meines Kommunikationsverhaltens. Weiterlesen

Ein Plädoyer für mehr Hilfsbereitschaft und weniger Meckerei im Netz

Facebook kauft WhatsApp - und zwei Dinge kann man heute immer wieder lesen: Empfehlungen für WhatsApp-Alternativen (zugegeben: ich habe auch einen solchen Artikel geschrieben) und Kommentare wie "Wer Facebook nutzt, braucht sich doch eh nicht um Datenschutz zu sorgen" oder "Wer bisher WhatsApp genutzt hat, ist sowieso selbst schuld". Ich finde diese Kommentare ziemlich anmaßend. Weiterlesen

ownCloud – meine eigene kleine Cloud

Schon länger ist es mir ein Dorn im Auge, dass ich beinahe alle meine Daten über Google verwalte. Das fängt bei E-Mails an, geht weiter mit verschiedenen Kalendern und ging weiter mit den RSS-Feeds im Google Reader (den es ja mittlerweile nicht mehr gibt). Dazu kommt, dass ich seit einigen Monaten ein Android-Smartphone nutze - und mich dadurch bewusst (aber ohne wirkliche Wahlmöglichkeit) noch enger an Google gebunden habe (wenn man vor der Wahl "Pest oder Cholera" steht - was soll man tun?). Weiterlesen

Wie US-Internetfirmen mit Nutzerdaten umgehen – reloaded

Anfang Mai habe ich hier einen Bericht der US-Bürgerrechts-NGO Electronic Frontier Foundation (EFF) vorgestellt, der beschreibt, wie Internet-Firmen mit den Daten ihrer Nutzer umgehen. Wer konnte ahnen, dass nur kurz darauf das Thema Datenschutz und Privatsphäre im Web hohe Wellen schlagen würde?

Edward Snowdens erste Enthüllungen wurden nur einen Monat später veröffentlicht, bis heute wird das Ausmaß der veröffentlichten NSA-Schnüffeleien ständig größer. Wenn man bedenkt, dass der Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger davon spricht, dass erst "ein Bruchteil" des Materials von Snowden veröffentlicht wurde, will man nicht wissen, wo das noch hinführt.

Who has your back? Reloaded

Kürzlich hat die EFF ihren Bericht aus dem Mai aktualisiert - eine verständliche Reaktion, angesichts unzähliger Datenlecks und abgeschöpfter Daten. Konkret wurden die Firmen, die in dem ursprünglichen "Who has your back"-Bericht vorkamen, gefragt, was sie tun, um ihre Verschlüsselung angesichts der NSA-Enthüllungen zu verstärken.

"Wir freuen uns zu sehen, dass vier Firmen - Dropbox, Google, SpiderOak und Sonic.net - fünf von fünf unserer best practices für Verschlüsselung implementieren", schreibt die EFF auf ihrer Website. Außerdem haben Yahoo und Twitter verschiedene Maßnahmen angekündigt.

Ein Blick auf die Ergebnisse des Reports:

Bild: Electronic Frontier Foundation, Lizenz: CC BY 3.0 US

Bild: Electronic Frontier Foundation, Lizenz: CC BY 3.0 US

Details zum "Who has your back"-Bericht der Electronic Frontier Foundation und eine Erklärung, warum Verschlüsselung so wichtig ist, gibt die EFF auf ihrer Website. In dem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal auf meine Blogeinträge zum Themenkomplex hinweisen:

Und übrigens kann man mich seit einiger Zeit auch verschlüsselt per Mail kontaktieren. Details stehen hier.

Bild oben (bearbeitet): Electronic Frontier Foundation, Lizenz: CC BY 2.0
Infografik: Electronic Frontier Foundation, Lizenz: CC BY 3.0 US

Was ich seit Beginn der NSA-Affäre geändert habe

Zu Beginn der NSA-Affäre habe ich mich hier einige Male mit dem Thema Schutz und Verschlüsselung der eigenen Daten auseinandergesetzt. Jetzt war ich eine zeitlang sehr ruhig, was das Thema angeht - das heißt aber nicht, dass sich nicht doch etwas getan hätte. Ganz konkret habe ich sogar einiges getan - ob es hilft, weiß nur die NSA, aber es ist jedenfalls besser, als nichts zu tun. Weiterlesen

Bitte verschlüsselt eure Mails!

Ich würde meine E-Mails gerne verschlüsseln - aber ich kann das ohne eure Hilfe nicht. Warum? Nicht, weil es an der Technik hängt, sondern weil zu einer Verschlüsselung immer zwei gehören: Sender und Empfänger. Auf meinem Rechner habe ich alles eingerichtet - aber ohne Empfänger, der seine Mails auch verschlüsselt, bringt mir das nicht viel.

Dieses Video erklärt das Verschlüsselungs-Prinzip ganz schön:

Der digitale Briefumschlag (deutsch) from Linuzifer on Vimeo.

Warum man seine Mails verschlüsseln sollte und wie es funktioniert, steht an vielen Stellen beschrieben (z.B. hier und hier) - da muss ich nicht auch noch eine Anleitung schreiben, zumal ich nicht wirklich viel Ahnung davon habe. Ich kann dazu nur sagen: Es ist nicht so schwierig, wie es klingt. Und ein Mal eingerichtet, kann man problemlos Mails verschicken und merkt fast gar nicht, dass etwas anders ist. Einziger Haken an der Sache: Um Mails zu verschlüsseln, muss man sich von der Webmail-Oberfläche verabschieden und einen E-Mail-Client wie Thunderbird nutzen. Die Umstellung sollte aber nicht so schwer fallen, denn Thunderbird ist gut und bietet über Add-ons auch allerhand Möglichkeiten der Individualisierung. Probiert es doch einfach einmal aus - was kann schon großartig passieren? ;-)

Angesichts der vielen Enthüllungen rund um die NSA bleibt mir nur der Appell: Macht euch Gedanken darüber, ob ihr eure Mails wirklich offen wie Postkarten verschicken wollt oder ob ihr die Postkarte nicht doch lieber in einen Briefumschlag steckt (der Vergleich ist übrigens auch in Anbetracht dessen noch gültig, dass bei der Post wohl die Absender- und Empfängeradressen abfotografiert und gespeichert werden: Beim Verschlüsseln bleiben Absender und Empfänger auch sichtbar, nur der Inhalt der Mail und etwaige Anhänge werden verschlüsselt).

Bild: Andreas Schwab, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Wie man sich im Internet vor Überwachung schützen kann

Google, Facebook, Microsoft und Apple stehen auf der Liste der Firmen, auf deren Daten die NSA Zugriff haben soll. Ausgerechnet die Dienste, die am weitesten verbreitet sind, sind im Visier des US-Geheimdiensts NSA. Wie kann man sich und seine Daten schützen? Das fragen sich viele Internetnutzer. Da hilft eigentlich nur eines: das Konto bei Facebook löschen, das iPhone durch ein anderes Gerät ersetzen und auch Microsoft den Rücken kehren.

Eine Website, deren Betreiber die Electronic Frontier Foundation (EFF) (eine Nichtregierungsorganisation, die sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt) unterstützt, stellt auf der Website prism-break.org freie Alternativen zu proprietärer Software vor. Statt der Betriebssysteme von Microsoft oder Apple empfiehlt die Website die Nutzung von Linux oder Debian. Bei den Webbrowsern bekommt beispielsweise Mozilla Firefox den Vorzug vor Apples Safari, Microsofts Internet Explorer oder Google Chrome.

Als Ersatz für die in Deutschland übermächtige Suchmaschine Google empfehlen die Website-Betreiber unter anderem Duckduckgo, eine Internetsuche, die keine Daten speichert.
Auch die E-Mail-Kommunikation ist betroffen. Statt über Anbieter wie GMail oder Yahoo private Nachrichten zu verschicken, empfiehlt die Website Bitmessage und Riseup und Mozilla Thunderbird als E-Mail-Programm.

Schwieriger wird es beim Thema sozuliale Netzwerke. Als Alternative zu Facebook empfiehlt die Website unter anderem Diaspora - doch was ist ein soziales Netzwerk ohne die Freunde? Während der Wechsel bei vielen Diensten unabhängig von anderen stattfinden kann, ist das bei sozialen Netzwerken schwierig - schließlich basiert der Erfolg von Facebook und Co. auch darauf, dass die Nutzerbasis mittlerweile riesig ist und man dort problemlos alte Bekannte und neue Freunde finden kann. Es ist also leider nicht ganz leicht, seine Daten besser abzusichern, wenn man auf nichts verzichten will.

[Edit: der Artikel wurde leicht überarbeitet, da die Website nicht von der EFF selbst betrieben wird, sondern von Unterstützern der Organisation]

Bild: Andreas Schwab, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Vorsicht, NSA liest mit! Ein Kommentar zu PRISM

Nachdem bekannt wurde, dass der US-Geheimdienst NSA wohl Zugriff auf Daten von großen Internet-Konzernen wie Google, Facebook und Apple hat (PRISM), hört man an vielen Stellen im Internet relativierendes: Angefangen bei "na, das hätte einem ja schon lange klar sein können" über "das habe ich schon immer geahnt", bis hin zu "man muss ja Facebook und Google nicht nutzen". Auch Politiker kommen mit ähnlichen Aussagen, sinngemäß hört man da beispielsweise, man könne ja den Anbieter wechseln und einen nutzen, der in Europa sitze.

Abgesehen davon, dass es meist keine "Mainstream"-Alternative zu den genutzten Diensten gibt, ist das richtig - trifft aber den Kern der Sache nicht.

Die Datenschutzerklärungen der Websites, der Hinweis auf den Umgang mit Daten, den die Electronic Frontier Foundation erst neulich untersucht hat - stimmt das alles etwa nicht? Was ist mit Bürgerrechten? Wie es Falk Steiner für den Deutschlandfunk so treffend kommentiert hat:

"Zur Freiheit gehört, dass man nicht davon ausgehen muss, anlasslos überwacht zu werden - schon gar nicht vom Staat."

Wir tolerieren vieles im Internet - eigentlich schon viel zu viel. Selbst dass Konzerne wie Google oder Yahoo unsere Mails scannen, um passende Werbung schalten zu können, nehmen wir hin, statt auf eigenen (oder gemieteten) Servern unsere eigenen Herren zu sein. Aber eine Regierung, die mithört und mitliest, das geht dann doch zu weit. Wo bleibt da die Unschuldsvermutung? Der Aufschrei, der in den USA durch die sozialen Netzwerke geht, ist groß, doch bis zum "Otto-Normal-Internetnutzer" in Deutschland ist das Thema noch nicht durchgedrungen, glaube ich.

Die oft gehörte Einstellung "Ich habe doch nichts zu verbergen" ist dabei nicht hilfreich. Gerade im Smartphone-Zeitalter teilt man unwissentlich viel mehr Daten mit, als einem bewusst ist. Daten, mit denen man beispielsweise Bewegungsprofile erstellen kann. Wenn dazu noch der Zugriff auf die E-Mails kommt, die Daten, mit wem man wann telefoniert oder gechattet hat, dann ergibt sich schnell ein rundes Bild. Ein Bild, das selbst die meisten Freunde nicht von einem haben dürften. Und das ein Staat nicht haben sollte - erst recht nicht, wenn er die Daten klammheimlich, unter dem Deckmantel der "Terrorismusbekämpfung" sammelt.

Bild: Streetart Photographie (Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Wie US-Internetfirmen mit Nutzerdaten umgehen

Mal ehrlich: wer von uns hat keine Daten bei Amazon, Facebook, Apple, Google oder Twitter gespeichert? Ich bin mir sehr sicher, dass jeder der diesen Text liest, mindestens bei einem der Anbieter irgendwelche Daten gespeichert hat. Da ist es umso wichtiger zu wissen, wie die Firmen mit Nutzerdaten umgehen. Die Bürgerrechts-NGO Electronic Frontier Foundation (EFF) hat zum dritten Mal einen Bericht veröffentlicht, in dem sie sich anschaut, wie verschiedene Internetfirmen mit den Daten der Nutzer umgehen.

Konkret hat sich die EFF folgende Fragen gestellt:

  • Verlangt der Anbieter einen Gerichtsbeschluss, bevor er Inhalte herausgibt?
  • Benachrichtigt er die Nutzer darüber, dass die Regierung Daten abfragen will?
  • Werden Transparenz-Berichte veröffentlicht?
  • Werden Richtlinien veröffentlicht, in denen erklärt wird, wie mit Anfragen von Behörden umgegangen wird?
  • Kämpft der Anbieter vor Gericht für die Rechte der Nutzer?
  • Setzt sich der Anbieter vor dem Kongress für die Rechte der Nutzer ein?

Seit dem ersten Bericht im Jahr 2011 haben sich einige vorbildhaften Beispiele zu Standards entwickelt, erklärt die EFF in dem Bericht. Vor allem in der zweiten Kategorie sieht die EFF einen Fortschritt: immer mehr Firmen versprechen, die Nutzer über Regierungsanfragen zu informieren. Auch die Zahl der Firmen, die Richtlinien veröffentlichen, wie mit Behördenanfragen umgegangen wird, ist stark angestiegen.

Allerdings hat die EFF auch negatives zu berichten. Konkret nennt sie beispielsweise Amazon: der Konzern verwaltet große Datenmengen (u.a. durch die Cloud-Angebote) und veröffentlicht beispielsweise keinen Transparenz-Bericht.

Ein kurzer Überblick über die Ergebnisse, den detaillierten Bericht gibt es hier.

Who has your back? 2013 (komplette Studie, Grafik: EFF, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported License)

Who has your back? 2013 (komplette Studie, Grafik: EFF, Lizenz: CC BY 3.0)

Bild: ianloic, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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